Studio 89

Das Original

"Das ist das einzige Radioprogramm mit Garantie. Es gibt keine heißere Show! Wenn es eine gäbe, würden wir unsere einstellen"(B.Graves)
zurück/back Personen

Rik De Lisle
Der erste Ami im deutschen Rundfunk

Rik De Lisle (* 26. Februar 1947 in Milwaukee, Wisconsin, USA; auch Rick de Lisle) ist ein deutsch-amerikanischer Radiomoderator. Mit 17 Jahren ging er zur Armee und wurde Disc-Jockey beim Soldatensender AFN in Asien, Portugal und der Bundesrepublik. Seine Radiokarriere begann 1968 bei KTFM in San Antonio, Texas. Jahrelang konnte man ihn in Deutschland beim AFN mit dem Spruch hören: "I'm Air Force Seargeant Rik de Lisle – reminding you, that Rock'n Roll is just a state of mind" 1978 zu den Filmfestspielen, lernte Rik De Lisle Barry Graves kennen. Rik konnte kaum ein Wort Deutsch und Barry hat ihm 1984 geholfen, im RIAS Fuß zu fassen. "Wir haben", so erinnert sich Rik, "1984 das erste Mal zusammen gearbeitet. Ich hatte damals ne Sendung "Rock mit Rik" und danach kam Barry mit "Country Time". Auch "Rock over RIAS" haben wir ein paar mal zusammen gemacht". Rik De Lisle wurde 1985 Musik-Chef von rias2 als "Alibi-Ami". "Der Ami machte Betrieb. Unter De Lisles Führung wurde 1985 das Programm von rias2 zum Ganztags-Musiksender aufgeblasen. Renommierte Kollegen wie Barry Graves, Olaf Leitner, Christian Graf verließen den ersten Berliner Dudelsender fluchtartig. De Lisle verteidigt sein Konzept vehement. Rundfunk müsse die Fähigkeit haben, sich den Hörergewohnheiten anzupassen, egal ob es den Kollegen gefällt.* Mit dem Satz "Radio ist 150% vorbereiten, 100% rauswerfen und 50% hinzufügen" will er uns was sagen, nur was? Er legt noch einen nach, "In Deutschland neigt man dazu, Dinge zu verkomplizieren – seine Arbeit muss man mit Leidenschaft tun!" aber auch hier erschließt sich der tiefere Sinn eher schleppend. Die Radiolegende Rik de Lisle und andere Radiomacher Deutschlands wünschen sich größtenteils wieder mehr Ecken und Kanten im Programm. Wir erinnern uns, das er es war, der den ersten Berliner Dudelsender ins Leben rief. Nun soll er gegen die Misere des Dudelfunks antönen. "Der alte Ami" Rik De Lisle ist heute bei R.SA. Und ratet mal, wer dort Musikchef ist?: Richtig, sein Sohn Billy! Schon einmal war er bei Sachsens Oldie Radio "oldie fm". Nun moderiert er eine vier Stunden Happy Hour. Der Clou, ihr könnt Rik Fragen stellen die er beantworten will. Rik De Lisle antwortet auf Frage nach dem Verbleib von D. King: "Dennis King wohnt in Czech Rep. Und fühlt sich wohl da. er hat mit Radio nix mehr zu tun. Er hat dort weine eigene firme." (Originaltext 2007) Seit Ende 2007 hat Rik seinen eigenen Blog in dem er Bilder und kleine Storys aus seinem Leben präsentiert. In letzter Zeit gibt es aber Probleme mit dem Blog bis hin zum Totalausfall und er wird nur selten aktualisiert (Juli 2009 eingestellt).

Update 2010: Rik ist nicht mehr bei r.sa und sein Blog ist vollends eingestellt. Die Meldung bei r.sa: "Der legendäre RIAS- und AFN-Moderator hat nach drei Jahren "Altersteilzeit" bei R.SA das Mikro an den Nagel gehängt und sich in den Ruhestand verabschiedet."
Update 2013: Unter der Überschrift "Sendeschluss für PSR-Chef! Kommen jetzt die Hörer zurück?" konnte man im März von einer "traurigen Bilanz" lesen. "In seiner Amtszeit hatte Radio PSR rasant Hörer verloren." Die Rede ist von etwa jedem 4.Hörer, die dem Sender verloren ging. In einer Abstimmung wird gefragt: "Nein! Rik de Lisle hat den Sender kaputt gemacht. Das wird nix mehr." Ohne Kommentar... Fortan steht er wieder dem hessischen Radio Bob zur Verfügung und moderiert außerdem eine Sendung auf Radio Nora.

Update 2015: Armin Braun (37) löst als neuer Programmdirektor von 94,3 rs2 Rik DeLisle ab.

www.studio89.de © August 2015 by Nedlog,  Fotos: r.sa

Nachfolgend berichtete meine ehemalige Partnerseite über Rik DeLisle Banner Rias Community

Rik DeLisle, eine Radiolegende

Viele Jahre tätig für den AFN (American Forces Network) und in Berlin seit 1978, was für eine Legende eine noch nicht so lange Zeit ist. 
Die Stimme hat ihn in Berlin zum Radiostar gemacht, zunächst auf 87,9 MHz bei AFN (American Forces Network), 6 Jahre später als "Alter Ami" bei der Jugendwelle RIAS 2. Ohne Deutschkenntnisse, mit Spickzetteln bewaffnet, hat er seine ersten Sendungen für den RIAS bestritten. Bereits am 02.01.1981 hatte er ein kurzes Gastspiel am Mikrofon von RIAS Berlin, im Rahmen des Rock over RIAS - Events "25 Jahre Rock-Musik". Es war seine erste RIAS-Moderation überhaupt, natürlich in perfektem englisch: 

Vor der Zeit beim RIAS mischte er in der Berliner Musikszene (SPLIFF) mit und wurde selbst ein Bestandteil der Neuen Deutschen Welle (NDW).  Titel damals: "Rik's Rap" ( I love that Deutsche Welle), den Ihr auf dieser Seite komplett hören könnt .

Rik hat freundlicher Weise sein Buch zur Verfügung gestellt, aus dem ich einige Zeilen mit seiner Genehmigung zitieren kann. Das Buch "Rik DeLisle (Der Alte Ami erzählt seine Radio-Geschichten)" ist im Buchhandel erhältlich: ISBN 3-926396-42-3 / Preis lt. Buchdeckel: 14,80 DM, also um 7,50 EUR.
Rik ist nach längerer Zurückhaltung heute wieder im Radio zu hören. Bei Oldie.FM (Sachsen) bringt er jeden Samstag eine Oldie-Show. Hier ein kurzer Ausschnitt (Irgendwie kommt mir das bekannt vor ...)

Hier jetzt einige Auszüge aus seinem Buch... (Lesen lohnt sich !)

Die erste Sendung bei RIAS Berlin
..... 1983 zeichnete sich das Ende beim AFN ab. Die Army kündigte mir einen neuen Dienstwechsel an, diesmal sollte ich nach Oslo, Norwegen. "No way", war meine Antwort. "Meine drei Kinder sind alle in Deutschland geboren, sie sprechen die Sprache perfekt, ich fühle mich pudelwohl hier - was soll ich in Norwegen?" Also reichte ich meine Rente ein, die mir nach 20 Dienstjahren als Soldat auch zustand. Am 1. April 1984 sollte Schluss sein.

War es Zufall, dass ich schon seit langer Zeit Sigi Schmidt-Joos kannte, den Unterhaltungs-Chef vom RIAS? Ob nun Glück oder Schicksal, Sigi bot mir sofort einen Job beim RIAS an: "Ami, wenn Du bei AFN fertig bist, fängst du beim RIAS an." Zuerst sträubte ich mich: "Ich kann kein Deutsch, das geht nicht." Aber Sigi blieb hart. Längst war ich hoffnungslos in Berlin verknallt und da kam es für mich nicht in Frage wegzuziehen. Also suchte ich mir für die Zeit nach AFN eine neue Arbeit. Sigi Schmidt-Joos verschaffte mir eine eigene Sendung, die ab 23 Uhr auf RIAS Berlin lief: "Rock mit Rik". Gleich danach kam Barry Graves mit einer zweistündigen Country-Sendung.
Meine erste Sendung beim RIAS werde ich nie vergessen. Ich hatte einen Riesen-Bammel vor meiner ersten Sendung auf Deutsch. "Das geht in die Hose", dachte ich ständig, "das muss einfach in die Hose gehen." Sigi spürte genau, wie mir zumute war. Deshalb stellte er mir einen Vollprofi an die Seite -Dennis King.
Dennis war buchstäblich mein Babysitter, er holte mich am Morgen ab und brachte mich nach der Sendung wieder nach Hause. Dennis versuchte ständig, mich zu beruhigen: "Du schaffst es, bleib' cool". Endlich sass ich auf dem Stuhl, endlich hatte ich die Kopfhörer übergestülpt. Als das rote Licht leuchtete und ich auf Sendung war, lagen meine Nerven völlig blank. Nach jeder Moderation, wenn Musik spielte, fragte ich Dennis völlig verzweifelt:
"Wie war es? Wie klingt es?"
"Es klingt, als ob ein Ami am Mikrofon sitzt"
"Mein Gott!!"
"Keine Angst - das soll es. Es ist alles okay."

Nie werde ich Dennis vergessen, was er für mich getan hat.

Die Sende-Uhr
Bei einem Gespräch mit Gerd Besserer, er war damals Programmchef bei RIAS 2, erfuhr ich, dass sich bei RIAS 2 noch niemand Gedanken über eine Sende-Uhr gemacht hatte. Eine Sende-Uhr bedeutet, dass eine Stunde Sendezeit als Kreis dargestellt wird, der in lauter kleine Tortenstückchen aufgeteilt wird. Diese Tortenstücke stellen dann die einzelnen Elemente in einer Stunde Sendezeit dar: Nachrichten, Musik, Wetter und Verkehr, Werbung, Moderation.
Eine Sende-Uhr muss schlüssig sein und braucht einen Spannungsbogen, wenn Hörer draussen am Radio gefesselt werden sollen. In der Vorbereitungsphase von RIAS 2 gab es eine solche Sendeuhr noch nicht. Auch Gerd Besserer hatte sich noch keine Gedanken gemacht, wie und wann er welche Musik spielen wollte. Er wusste nur eins, es sollte Musik für junge Leute gespielt werden. Weil ich mir das gedacht hatte, zog ich die Sende-Uhr aus der Tasche, die wir bei AFN benutzt hatten.
Gerd war von dieser Sendeuhr und meinen Gedanken zu RIAS 2 offenbar angetan. "Wenn du willst, kannst du das für uns machen", bot er mir an. "Würde ich gerne machen", antwortete ich.
"Gut. Dann bist du ab jetzt der neue Musik-Chef von RIAS 2."

Start der RIAS 2 Jugendwelle
Ich bekam die Frühschiene bei RIAS 2. Worauf ich heute noch ganz stolz bin: Die allererste Sekunde, die RIAS 2 im Jahre 1984 sendete, kam von mir. Bis 4 Uhr 10 lief das normale Programm von RIAS1. Dann waren Trommeln zu hören und die Satz: "Hier ist RIAS Berlin". Zehn Minuten ging das. Im Studio sass ich wieder mordsmässig aufgeregt vor dem Mikrofon. Ohne es genau zu wissen, ahnte ich: In wenigen Minuten sollte ich Radio-Geschichte in Berlin machen. Peter Schiwy, der Intendant, und Programmchef Gerd Besserer standen bei mir im Studio und gemeinsam beobachteten wir , wie der Minutenzeiger nach vorne rückte. Den grössten Bammel hatte ich immer noch vor meinem Deutsch. Verstehen mich die Leute auch? Spreche ich so, dass es alle Leute mitbekommen. Oder bin ich einfach eine Katastrophe und kein Mensch wird jemals meinen komischen Slang verstehen? Damit ganz bestimmt nichts schief ging, schrieb ich mir meinen ersten Satz in Ami-Lautschrift auf.

"HERE IST RIAS ZV-EYE. ES IST VEER OOR SVANZICH,
ICH BIN RIK DE LISLE UND HERE KOMMT >PEOPLE GET READY
AUF VEER UND NOIN-ZICH DR-EYE - RIAS ZV-EYE"

Das war unser Start !

Dr. Zimmermann vom Zehlendorfer Zeitzeichen-Institut
Eine heilige Kuh gab es beim RIAS: Das Zeitzeichen. Immer zur vollen Stunde vor den Nachrichten ertönte dieses "piep, piep, piep, piiiiiep" - daran gab es nichts zu rütteln. Also dachte ich mir: Okay, wenn wir schon dieses Zeitzeichen haben müssen, soll es wenigstens witzig sein. Und so erfand ich "Dr. Zimmermann vom Zehlendorfer Zeitzeichen-Institut". Er wurde von mir so genannt, weil ich auf diese Weise jeden Tag meine Aussprache beim Z trainieren konnte. Zimmi sagte nie etwas anderes als "Piiiiep" - und das war dann das Zeitzeichen in meiner Sendung. Jedesmal, wenn er ins Studio kam, passierte ihm etwas. Einmal kam er zum Beispiel mit dem Pferd, piepte - und fiel beim Herausreiten mit viel Lärm aus dem Sattel. Das passierte natürlich nie wirklich - wir produzierten Zimmi mit Geräuschen jeden Tag auf Band.
Rik De Lisle wieder in Berlin on-air Eine der bekanntesten Radiostimmen Berlins kehrt ans Mikrofon zurück: Ab 26. Juni 2004 lädt Rik De Lisle jeden Sonnabend von 20.15 bis 23.00 Uhr im Stadtradio 88acht vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) zu „Rock mit Rik“. Nach seiner für ihn typischen Begrüßung („Hi, icke bin‘s, alter Ami Rik De Lisle.“) serviert er den Hörerinnen und Hörern Rockklassiker aus drei Jahrzehnten – von den Animals bis ZZ Top, von Aerosmith bis Police. Rik De Lisle hat als Moderator des Alliierten-Senders AFN (American Forces Network sendete auf der Frequenz „The Great Eighty-Eight“) Berliner Radiogeschichte geschrieben und viele der Musiker persönlich kennen gelernt.

„Von the great eighty-eight zu 88acht – Rik musste diese Konsequenz einfach mal ziehen. Schön, den alten Ami bei 88acht on air zu haben“, freut sich Florian Barckhausen, Programmchef des 88acht RBB Stadtradios. Schließlich ist Rik De Lisle (Markenzeichen Holzfällerhemd und Baseballmütze) ein waschechter Berliner geworden

(Quelle: rbb)

 Studio 89
powered by nedlog         Design by: Johannes Konze
Rik DeLisle