Kai Bloemer | Moderator Rias |
Andreas Dorfmann | Moderator Rias |
Christian Graf | Moderator Rias |
Dennis King | Moderator Rias |
Lord Knud | Moderator Rias |
Olaf Leitner | Moderator Rias |
Burghard Rausch | Moderator Rias |
Rik DeLisle | Moderator Rias |
Gregor Rottschalk | Moderator Rias |
Uwe Wohlmacher | Moderator Rias |
John Lennon | von Barry Graves |
Jimi Hendrix | Biografie |
Elvis Presley | von Barry Graves |
Lou Reed | von Barry Graves |
Helmut Lehnert | Chef Radio 1 |
Armin Amler | Moderator Rias |
Horst Jankowski | Moderator Rias |
Walter Bachauer | Moderator Rias |
Nero Brandenburg | Moderator Rias |
Konstantin Klein | Moderator Rias |
Felix Knemöller | Moderator Rias |
Siegfried Buschschlüter | Moderator Rias |
Karsten Kuhl | Moderator Rias |
Jo Eager | Moderator Rias |
Friedrich Luft | Moderator Rias |
Georg Gafron | Moderator Rias |
Ian McConnachie | Moderator Rias |
Jürgen Graf | Moderator Rias |
Heinz Petruo | Moderator Rias |
Thomas Petruo | Moderator Rias |
Fritz Genschow | „Onkel Tobias“ |
Elmar Hörig | Moderator Rias |
Hans-Ulrich Pönack | Moderator Rias |
John Hendrik | Moderator Rias |
Thomas Präkelt | Moderator Rias |
Charlie Hickman | Moderator Rias |
Uwe Hessenmüller | Moderator Rias |
Hans Rosenthal | Moderator Rias |
Uwe Schneider | Moderator Rias |
Fred Ignor | Moderator Rias |
Horst Wendt | Moderator Rias |
Vorwort zu dieser Seite:
Viele Jahren nach Einstellung meiner Partnerseite www.rias-berlin.com hat
mir der Webmaster Gerald sein Material zur Veröffentlichung überlassen.
Falls persönliche Meinungen wiedergegeben sind handelt es sich immer um die
des Webmasters. Auf dieser Sonderseite wird also ausschließlich Material oben
besagte Community zu finden sein, welches ich ungeprüft und unkommentiert hier
veröffentliche. Bitte beachtet, das es sich hier fast immer um Material bzw.
Recherchen von Anfang 2000 bis etwa 2003 handelt.
Personen/Moderatoren:
Ich bin von Beruf Ingenieur (grad.), Absolvent der früheren Berliner Ingenieurakademie
Gauß. Ich habe von Anfang 1969 bis Ende 1979 beim RIAS als Ingenieur gearbeitet
und auch bei vielen Sendungen mitgemacht, darunter im RIAS-Treffpunkt und "Rundfunk
International" über Hörfunk- und Fernsehstationen der ganzen Welt.
1979 bin ich als freiberuflicher Hörfunkkorrespondent nach Los Angeles gekommen,
später kam auch Fernsehen dazu. Meine bevorzugten Gebiete sind heute Computer
und Kommunikation, Raumfahrt und Medizin, Umwelt und Energie, auch die Unterhaltungsindustrie
in Kalifornien und anderswo in den USA. Bei RIAS 2 habe ich als "normaler" freiberuflicher
Hörfunkkorrespondent gearbeitet, mit allen Themen, die man sich nur vorstellen
kann.
Erklärte Hauptaufgabe des RIAS war - neben der Unterhaltung - stets die Information
und Bildung derjenigen Deutschen, denen es nach dem Kriege unmöglich gemacht
wurde, selbst an die Quellen zu kommen, aus denen sie sich zu bedienen wünschten.
Die logische Weiterentwicklung dieses Anliegens war das Internet. Noch niemals
in der Geschichte gab es eine so weitgehende Informationsmöglichkeit ... zur
Schriftform kommen Tausende von akustischen und optischen Quellen, Audio und
Video. Das Internet bietet heutzutage mehr Möglichkeiten, als sie der RIAS,
laut damaligem Slogan "eine freie Stimme der freien Welt", jemals zu bieten
vermochte.
Es liegt an jedem einzelnen Benutzer, bei der Auswahl nach eigenem Urteil seine
Kriterien zu entwickeln, sich dabei von niemandem beeinflussen zu lassen und
auf diese Weise die Spreu vom Weizen zu unterscheiden.
Ich selbst bin heute
vom Internet noch mehr als damals vom RIAS fasziniert.
(Armin Amler / April 2002, Armin verstarb im Juni 2023 in den USA)
- Schlager der Woche -
Charly Hickman moderierte 9 Monate lang (zwischen der Ära "Ignor" und der Epoche
"Knud") bis Herbst 1968 die beliebte Schlagersendung von RIAS Berlin.
Danach ging er zum Hessischen Rundfunk nach Frankfurt und moderierte dort die
Sendung "Teens, Twens, Top Time" (später "T 4"). Außerdem spielte er in 1962/63
eine kurze Nebenrolle in einer Folge der TV-Serie "Familie Hesselbach", die
damals auch vom HR produziert wurde. Ggf. ist Charly Hickman damals vom AFN
zum HR gekommen. Als Schauspieler (in einer Hauptrolle) tauchte er ebenfalls
im Jahre 1963 im Film "Jazz und Jux in Heidelberg" auf ( BR Deutschland, 1963,
93 Min).
Quelle: Gert Richter, Frankfurt vom 26.04.2004
mehr
Charly starb überraschend an Herzinfarkt am 02.10.1979
- Schlager der Woche -
Die von Ignor mit seiner markanten Stimme von 1951 bis 1968 betreute Schlagersendung
"Schlager der Woche" gilt als eine der ersten "Diskosendungen" der Rundfunkgeschichte
mit allwöchentlicher Hitparade. Und er war bereits der zweite Moderator dieser
erfolgreichen Sendereihe. Zuvor machte es der Kollege Wolfgang Behrendt, nach
ihm - für nur neun Monate- Charlie Hickman, der dann im
Herbst 1968 die Sendung an "Lord Knud" abgeben musste.
Die Schlager der Woche lockten jeden Montagabend zahlreiche Jugendliche in West-
und Ost-Berlin vor allem vor die damals in Mode kommenden Kofferradios. Fred
Ignor war noch bis 1985 beim Rias tätig, unter anderem in der Sendereihe "Blende
auf Die klingende Filmillustrierte" und in verschiedenen anderen Unterhaltungssendungen.
Ende der 50er-Jahre arbeitete Ignor an dem Film "Das Mädchen und der Staatsanwalt"
mit. Für den Komponisten Heino Gaze schrieb er zahlreiche Schlagertexte, unter
anderem für den ersten Romy-Schneider-Film "Wenn der weiße Flieder wieder blüht".
Der Schauspieler, Textautor und langjährige Moderator ist am vergangenen Donnerstag
im Alter von 79 Jahren (24.10.1999) in Berlin gestorben. Das bestätigte die Familie am Sonntag.
Quelle:
Berliner
Kurrier von 25.10.1999
Mitglied des Nachrichtensprecherteams (wie z.B. auch Heinz Petruo), exellenter
Ansager klassischer Musikprogramme, doch zugleich ein Radio Entertainer von
hohen Graden, der mit seinen "Knelauern" im Morgenprogramm, bei Quiz- und eigenen
Unterhaltungssendungen die Hörer zum Lachen brachte.
Jahrelang produzierte der Könner der Persiflage mit Beate Hasenau und Erwin
Palm die "RIAS-Music-Box"; sein "Schulzes Schelmischer Schauspielführer" und
"Opas operierte Operette" wurden zu Evergreens der Rundfunkunterhaltung. Mit
eigenen Beiträgen wirkte Knemöller auch in Radio und Fernsehproduktionen von
Hans Rosenthal mit.
Er verstarb im Alter von 76 Jahren am 29.04.1993 mehr
Alias "Onkel Tobias". Geboren am 15.05.1905, gestorben am 21.06.1977 in Berlin.
Fritz Genschow begann seine Laufbahn nach Engagements in der Provinz als Schauspieler
an den Berliner Staatstheatern und bei Piscator in der Volksbühne. Neben ersten
Rollen beim Film (1929 - 1957), war er 1930 Mitbegründer eines Kindertheaters.
Während des Dritten Reiches ruhte seine Kinder & Jugendarbeit. 1947 kam er zum
RIAS als freier Mitarbeiter und wurde mit der Sendereihe "Onkel Tobias vom RIAS"
die Bezugsperson beim Kinderfunk. Mit seinen "RIAS-Kindern" übte er eine enorme
Anziehungskraft aus. Die Sendung wurde zum festen Begriff für Kinder & Erwachsene
in Ost und West. Erstaunlicher Weise ist keine andere Rundfunksendung in Berlin
und im gesamten Sendegebiet des RIAS so lange in Erinnerung geblieben. Eine
Sendereihe, die im Grunde genommen eine Idylle aufbaute und ein vertrauensvolles,
kameradschaftliches Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen Kindern und Erwachsenen
in lockerer und spielerischer Form vermittelte. Bei Hörerumfragen bis weit in
die 60er Jahre hinein, wurden immer wieder "Onkel Tobias" und Friedrich Luft
als die bekanntesten Personen des RIAS-Programmes genannt.
Erstmals im Sommer 1947 ausgestrahlt, erhielt sie ab 1948 eine dreißigminütige
Sendezeit am Sonntagvormittag. Pünktlich um 10 Uhr besuchten fünf RIAS-Kinder
den "Onkel Tobias" in seiner Gartenlaube, um mit ihm zu basteln, zu rätseln
oder zu singen. Er erzählte ihnen Märchen und spielte für sie Kasperletheater.
Gemeinsam gingen sie auf Entdeckungsreisen und oft versuchten die Kinder ihren
"Onkel Tobias" mit Rat & Tat zu unterstützen. Autor der Sendung war Werner E.
Hintz, der später jahrzehntelang in Zusammenarbeit mit Ivo Veit die Sendereihe
"Damals war's" schrieb.
Zwanzig Jahre wirkte Fritz Genschow auch in der Kinderfunkreihe "Wir freuen
uns, dass Ihr Geburtstag habt" mit. In dieser Zeit dürfte er annähernd 100.000
Kindern gratuliert haben. Die Reihe existierte neben "Onkel Tobias" und ging
1948 erstmals über den Sender.
Die starke Hörerbindung durch die Person "Onkel Tobias" erwies sich auf Dauer
als nicht unproblematisch. Immer wieder wurden in Schulklassen der DDR Fangfragen
zur Person und der Sendung gestellt. Auf diese Weise konnte in Erfahrung gebracht
werden, welche Eltern zu Hause RIAS hörten. Bis 1973 eine gefährliche Angelegenheit,
die mit Repressalien & Strafverfolgung geahndet werden konnte.
Neben der Rundfunk- und Filmarbeit, wirkte Fritz Genschow an der amerikanischen
Freilichtbühne in Zehlendorf mit. Wurde Leiter und Regisseur an der Schulze-Dornbusch-Bühne
Rehberge. Er gründete das Gebrüder-Grimm-Theater. 1963 erhielt er den Gebrüder-Grimm-Preis.
(Text aus: "RIAS-Berlin, Eine Radiostation in einer geteilten Stadt", Herbert
Kundler.)
mehr
Seinen Einstand im RIAS hatte er mit Sendereihen, wie „Heute so beliebt wie
damals“ und „Klingendes Amerika“ gegeben. Später versammelten er und seine Ehefrau
Monika Hendrik als unermüdliche und umsichtige Producerin die große und kleine
Prominenz der Stadt und interessante Gäste Berlins in hunderten von Sendungen
„Zweites Frühstück mit John Hendrik“, einer Frühstücks-Show, zu der auch die
älteren Ostberliner Mitbürger strömten.
Der vielseitige John Hendrik war jedoch vor allem auch der Mentor des AmateurJazzclubs
„Club 18“. Herbert Kundler (ehem. RIAS -Programmdirektor) sprach John Hendrik
und dessen zwischenzeitlich verstorbene erste Frau Lotte Hendrik 1957 auf die
Gründung eines solchen Rundfunk-Clubs an. Dies geschah mit folgenden Worten:
»John, Sie sind der richtige Mann für diese Sache!“
Es ging nicht allein um eine Jazzsendung im Radio. RIAS wollte Begegnungen zwischen
jungen Jazzfans ermöglichen, ihnen die Chance geben, Instrumente zu tauschen,
neue Bands zu gründen, Probenkeller zu finden, Repertoire kennenzulernen. Nach
25 Jahren, 1982, hatte der „Club 18“ es auf weit über 200.000 Besucher bei seinen
Treffen und auf 1250 Sendungen gebracht. Aufgebaut noch mit Lotte Hendrik,
war der »Club 18“ so erfolgreich, daß dieses Veranstaltungsmodell in den „Häusern
der Jugend“ Nachahmung fand und der Berliner Senat formal bei der US-Regierung
darum ersuchte, die zur Aufrechterhaltung der 1942 erworbenen US-Staatsangehörigkeit
erforderliche Rückkehr John Hendriks in die USA auszusetzen, da er in Berlin
wesentliche Impulse für die Jugendarbeit vermittle. Nicht von ungefähr wurde
John Hendrik dann später mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Noch immer
denken viele der „Club 1 8“-Anhänger mit Nostalgie an die Treffen in den Rathäusern
und überfüllten Studios zurück, genauso wie die vielen Hörer in der DDR, die
die Sendungen mitschnitten und heimliche Fan-Clubs ins Leben riefen. Im »Club
18“ spielten sämtliche Berliner Amateur-Jazzgruppen. 1956 gründete der Trompeter
Horst „Papa“ Henschel die „Salty Dogs“, 1961 stellte der Architekturstudent
Klaus Beiersdorf „Sir Gusche‘s Jazzband“ auf die Beine, 1962 entstanden auf
Initiative des Posaunisten Eckhard Seidel die „Umbrella Jazzmen“.
Bei den öffentlichen Treffen des „Club 18“ traten u.a. Count Basie, Lionel Hampton
und Duke Ellington auf. Katja Epstein war eine „Club Achtzehnerin“, ebenso
Ingo Insterburg, der mit nur zwei Fingern Gitarre spielte. 1957 liessen sich
die Hendriks nach fast 20 jährigem USA-Aufenthalt dauerhaft in Berlin nieder
und John war seit diesem Zeitpunkt in freier Mitarbeit für den RIAS tätig. Nach
der Wende gab es sogar ein „Gastspiel“ bei Antenne Brandenburg. (Herbert Kundler/
1994)
Entnommen seinem Buch „RIAS-Berlin / Eine Radio-Station in einer geteilten Stadt“
Der am 19.11.1904 in Berlin geborene John Hendrik wird in diesem Jahr 98 Jahre
alt, wenn nix dazwischen kommt. Eine Information, dass er diese Feier aus wichtigem
Grund nicht begeht, liegt nicht vor.
Anmerkung: Hendrik ist am 11. Juni 2004 im Alter von 99 Jahren in Berlin gestorben mehr
Mitarbeiter des Nachrichtensprecherteams bei RIAS-Berlin und Synchronsprecher.
Vater von Thomas Petruo und Grossvater von Vanessa Petruo (Popgruppe No Angels).
Er war die Stimme Berlins schlechthin gewesen, ...
... es hat wohl kaum einen RIAS-Hörer gegeben, der den Satz "Hier ist Rias Berlin,
eine freie Stimme der freien Welt" nicht kannte. Nach dem Krieg, hatte er beim
Rias die Hauptrolle in einem Hörspiel bekommen. Später fasste er bei der Wiederbewaffnungs-Debatte
im Bundestag die Wortmeldungen der Abgeordneten im Funk zusammen. Von da an
(Mai 1951) war er Nachrichtensprecher. 30 Jahre lang las Heinz Petruo beim Rias
die Nachrichten. Weil Petruo "DDR" stets distanziert-zweifelnd aussprach, wurde
er vom Chef gerügt. Konsequenzen hatte das nie. Bei den Hörern war er viel zu
beliebt. Im Juli 1981 verliess er den RIAS und ging in den Ruhestand. Er habe
"unmittelbar zur Selbstbehauptung der Stadt und ihrer Bürger beigetragen", steht
in dem Zeugnis, das sie ihm zum Abschied geschrieben haben. Die Berliner Morgenpost
nannte seine Stimme "ein Gütesiegel für sachliche Information". Als Synchronsprecher
lieh er vielen internationalen Stars seine Stimme - unter anderem Yul Brynner,
Lee Van Cleef, Gian Maria Volonte, Lino Ventura und Charlton Heston sowie als
Lord Darth Vader in "Krieg der Sterne".
Heinz Petruo, über Jahrzehnte die prägende Stimme von Rias Berlin, ist am 12.
November 2001 im Alter von 83 Jahren in Coburg gestorben.
mehr
Rundfunk-Pionier Jürgen Graf
- Der Mann der ersten RIAS-Stunde -
Quelle: Berliner Morgenpost, 28.02.1999
Ein Mann, ein Mikrofon. Mal im Gespräch mit Alfred Hitchcock, Billy Wilder,
Theo Lingen oder Sofia Loren, ein anderes Mal mit Richard Nixon, John F. Kennedy,
Konrad Adenauer, Willy Brandt, Theodor Heuss. Jürgen Graf, der renommierte Berliner
Journalist, er hat sie alle interviewt.
Ein Rundfunk-Pionier der ersten Stunde ist er, im wörtlichen Sinne. Am 13. Mai
1945, der Zweite Weltkrieg war nicht einmal eine Woche vorbei, saß Graf bereits
im Studio des «Berliner Rundfunks» an der Masurenallee und moderierte, noch
keine 18 Jahre alt, seine erste Sendung. «Es war 12.15 Uhr, nach den Nachrichten,
ich sagte den Schlager ,Roter Mond´ von Rosita Serano an.» Anfang einer Reporter-Karriere,
die bis heute ihresgleichen sucht. «Reiner Zufall», erzählt der heute 71jährige
Zeuge des Jahrhunderts, «eine Geschichte wie aus einem Zwei-Groschen-Roman.»
Kisten wollte er im Haus des Rundfunks schleppen, sich ein paar Mark verdienen.
Doch just an diesem Tag fiel der Sprecher aus, und es hieß: «Mensch Graf, Sie
haben eine schöne jugendliche Stimme. Machen Sie mal!»
Viele Zuhörer hatte Graf bei der «Geburtsstunde des deutschsprachigen Nachkriegs-Rundfunks»
noch nicht. Dafür genau die richtigen. Vor allem die amerikanischen Presseoffiziere
lauschten ganz genau, was der von den Sowjets zugelassene «Berliner Rundfunk»
über den Drahtfunk schickte. Nach nur drei Monaten standen «zwei Herren mit
den schönen Namen Ostertag und Schächter» auf der Matte und warben Graf ab.
Als erster deutscher Mitarbeiter sollte er ihnen helfen, den «DIAS» aufzubauen
- den «Drahtfunk im amerikanischen Sektor», aus dem wenig später der Radiosender
RIAS hervorging.
«Für mich war das überhaupt keine politische Entscheidung», erinnert sich Graf,
«nur trank ich lieber Whiskey als Wodka und rauchte Chesterfield oder Lucky
Strikelieber als russische Zigaretten.» Offizieller Sendebeginn war am 7. Februar
1946. Und ausgerechnet Graf war wegen eines Schädelbruchs, den er sich Silvester
'45 bei einem Autounfall zugezogen hatte, «bei der ersten Sendung leider nicht
dabei». Daß er dennoch über Nacht zum «Shooting star» avancierte, lag daran,
daß er bei damals insgesamt 60 Mitarbeitern «der einzige Reporter» war. «Wir
versuchten, den Berlinern damals beim täglichen Leben und Überleben zu helfen.
Die Berichterstattung war zunächst fast völlig unpolitisch: Wo gab es Brennholz
oder Mörtel, wo durfte man Kartoffeln ernten.» Ob ihn die erste Reportage auf
den Schwarzmarkt an der Neuen Schönhauser Straße führte oder in ein Lazarett,
daran kann sich Graf nicht mehr so genau erinnern.
Haften geblieben sind freilich die ersten Interviews mit Ernst Reuter oder dem
Wirtschaftsstadtrat Klingelhöfer. Ein legendäres Gespräch mit dem für Ernährung
zuständigen Stadtrat Paul Füllsack, der allen Berlinern mit Garten empfahl,
dort Ziegen zu halten, trug dem Politiker den Spitznamen «Zickenpaule» ein.
Politisch heikel wurde es 1948. Die Spannung zwischen Ost und West eskalierte
und kulminierte am 6. September im Stadthaus an der Parochialstraße mit dem
Auseinanderbrechen des Stadtparlaments. Graf und sein Kollege Peter Schulze
berichteten live von den Tumulten und wurden prompt verprügelt
Erst ein US-Offizier rettete sie: «Wir sind vom Herrenklo auf das Dach seines
Jeeps gesprungen.» Nach ein paar Semestern Publizistik-Studiums bei Prof. Emil
Dovifat an der FU Berlin wurde Graf 1951 Chefreporter beim RIAS. «Man machte
damals als Reporter noch alles.» Vom Sechs-Tage-Rennen bis zum Kanzlerbesuch.
Worauf es ankam, und was der in Dahlem aufgewachsene Sohn eines Fabrikanten
heute so sehr am Moderatoren-Nachwuchs vermißt, war und ist, daß man den Zuhörern
die Geschehnisse wirklich anschaulich schildert.
Sein Bravourstück lieferte Graf in dieser Hinsicht 1963 beim Kennedy-Besuch
in Berlin ab. Aus einem umgebauten Opel Kapitän berichtete Graf fast sieben
Stunden «live und ununterbrochen». Ganz Berlin hing ihm förmlich an den Lippen.
Der Mitschnitt dient der Uni Münster noch heute als «Lehrstunde des Radiojournalismus».
Eine Vorreiterrolle nahm «der rasende Reporter» von Anfang an auch in Sachen
TV-Unterhaltung ein. 1952, als der NWDR in Hamburg sein Programm aufnahm, war
Graf «erneut einer der ersten fünf, die in Deutschland Fernsehen machten». 1957
kam der Südwestfunk mit der Quizsendung «Die sechs Siebeng'scheiten» auf ihn
zu - mit 260 Folgen eine der erfolgreichsten deutschen Unterhaltungssendungen.
Auf 600 Fernsehsendungen brachte es der Medienprofi insgesamt. «Hans Rosenthal»,
entsinnt sich Graf, «anfangs noch kleiner Aufnahmeleiter beim RIAS, gab mir
den Anstoß.» Später wurde Rosenthal mit «Dalli-Dalli» selbst zum Star. Wie auch
Gerhard Löwenthal («ZDF-Magazin»), den Graf einst beim RIAS rekrutiert hat.
Unter der Woche für den RIAS im Dienst, an Wochenenden beim Fernsehen in Hamburg
- fast hätte Graf so den Mauerbau 1961 verpaßt. «Ich war in Hamburg, konnte
erst mittags nach Berlin zurückfliegen.»
Dafür konnte der Starjournalist im Laufe seines 38jährigen Berufslebens fast
alle US-Präsidenten von Harry Truman bis Ronald Reagan persönlich erleben und
bis auf Gerald Ford sogar interviewen. Der RIAS, von den Amerikanern gegründet,
später aus Töpfen der Bundesregierung finanziert, war stets in einer privilegierten
Ausgangslage für ein Exklusiv-Interview. So wurde Graf zum Aushängeschild der
deutsch-amerikanischen Verbindungen. Als Mitglied im Kuratorium der Atlantik
Brücke, der American Academy, der Stiftung Checkpoint Charlie und der RIAS Berlin
Kommission ist es der seit 1975 zum zweiten Mal verheiratete Vater zweier Kinder
bis heute. Trotz einer Leber-Transplantation 1998 (Graf erlitt als Reporter
im Vietnam-Krieg eine Hepatitis-C-Infektion) ist «Mister Rundfunk» Pensionär
im Unruhestand.
Das bißchen Zeit, was bleibt, verbringt er am liebsten mit seinen «besten Freunden».
Altbundespräsident Walter Scheel, mit dem er Tennis spielt, oder dem früheren
Regierenden Bürgermeister Klaus Schütz. Über ein halbes Jahrhundert Rundfunk-Geschichte
hat Graf geschrieben. Memoiren freilich will er nicht veröffentlichen. «Das
wären doch nur Garderoben-Geschichten», sagt er mit einem Augenzwinkern. Er
habe für die Prominenz «nur das Mikrofon gehalten.
Jürgen Graf ist heute Vorsitzender der RIAS-Berlin Kommission. Gestorben
am 20.10.2007
mehr
Vom "Monte Mülli" *) zum RIAS ........
Ich möchte mal soweit gehen: Der RIAS ist an allem schuld. Schuld daran, dass
ich nicht ein frustrierter Bankkaufmann geworden bin oder ein mieserabler Koch
oder so etwas. Nein, Radio musste es sein. Und das fing bei mir mit 13 Jahren
an: Damals rodelte ich bei einem Schlittenrennen in Lübars *) prompt in die
Arme eines Teams der RIAS-Jugendsendung "Doppeldecker". Die haben mich interviewt
oder sollte ich sagen -entdeckt? Irgendwie habe ich immer schon mehr geredet
als die anderen Jungs in meinem Alter. So landete ich dann Wochen später zu
Probeaufnahmen in der Kufsteiner Straße. Dachte ich. Es war dann gleich meine
erste Sendung. Nach Hause gings auf RIAS-Kosten mit dem Taxi (damals hatten
die Sender noch Geld) und so lernten wir Knirpse vom Jugendfunk gleich, wie
glamourös das Leben als Star von morgen sein kann.
Natürlich kam alles anders. Man wurde älter. Und in der Sendung "von Jugendlichen
für Jugendliche" war plötzlich kein Platz mehr für Abiturienten. Das machte
aber nichts, weil die Sendung ohnehin eingestellt wurde. Was schade war. Denn
welcher Journalist kann in heutiger Zeit noch behaupten, er habe mit 13 Jahren
angefangen. Ich kann das. Denn -wie gesagt- war der RIAS daran schuld, dass
ich später beim Hessischen Rundfunk (HR 3) moderierte und auch beim Norddeutschen
Rundfunk (NDR 2). Zwischendurch schickte ich immer mal Berichte an die Kollegen
von RIAS 1, wo ich Anfang der 90er Jahre auch die o-Ton-Nachrichten präsentierte.
Achja, und dann war da noch RIAS-TV, auch ein Klasse-Programm, für das ich meine
ersten Fernsehbeiträge gemacht habe. Der Sender heißt jetzt Deutsche Welle-TV
und dort bin ich immer noch: Als Moderator des Magazins "Politik aktuell". Kriegt
man aber nur im Ausland oder etwas umständlich in Deutschland über Satellit.
Wer wissen will, was der Kuhl so beim WDR macht, der kann sich im Internet informieren,
ein paar Videos gucken und auch mails schreiben. Ich freue mich drauf:
www.karsten-kuhl.de (inaktiv)
(Karsten Kuhl / April 2003)
Redakteur, Moderator, Reporter & Vizechef bei rias2
Radio-Lebenslauf (kurz und knapp von seiner Homepage)
1983 - Redakteur und Moderator, SWF 3, SWF Baden-Baden
1986 - Redakteur, zuletzt stv. Programmchef rias2, RIAS Berlin
1992 - Morning anchor, r.s.2, Berlin
1993 - Chef vom Dienst, Bayern 3, BR München
1995 - Chefredaktion Radio Brandenburg, ORB Potsdam
Seit 1996 - sein eigener Chef als freier Journalist in Washington, DC
- für Deutsche Welle, ARD u.a.
Von März 2000 (?) an hatte Konstantin den wohl ersten RIAS2-Erinnerungstreffpunkt
im www eingerichtet.
Im Oktober 2001 hat er die Seite leider für den öffentlichen Zugang vom Netz
genommen. Eine gewisse Enttäuschung seinerseits über die Nichtnutzung von angebotenen
Features war wohl mit ein Grund für diese Entscheidung. Nun nutzt er das Portal
ausschliesslich für die interne rias2-Kommunikation ( quasi von RIAS2-Kollege
zu RIAS2-Kollege). Kann man nix machen ..... !
„Die Stimme der Kritik“
„Als Friedrich Luft am 24. Dezember 1990 im Alter von 79 Jahren starb, war für
das kulturelle Berlin die Nachkriegszeit zu Ende. 45 Jahre lang hatte er das
theatralische, filmische und literarische Schaffen der Stadt kritisch begleitet
und dadurch selbst Kulturgeschichte gemacht — eine singuläre Erscheinung. Sein
Medium war, obgleich er stets auch für die Zeitung schrieb, in erster Linie
der Rundfunk. Als „Stimme der Kritik“ war er Millionen von Hörern in Ost und
West vertraut, und sie blieben ihm, „gleiche Welle, gleiche Stelle“, über Generationen
auf den RIAS-Frequenzen treu.
Der Beginn seiner Tätigkeit war auch die Geburt eines völlig neuen Genres, der
Rundfunkkritik: „Guten Abend, liebe Hörer, wir werden an den Sonnabenden der
kommenden Wochen um diese Zeit wieder zusammentreffen. Wir werden öfter miteinander
reden. Wir werden uns aneinander gewöhnen müssen. Vielleicht ist es gut. daß
ich mich Ihnen da vorstelle: Luft ist mein Name, Friedrich Luft. Ich bin 1,86
groß, dunkelblond, wiege 122 Pfund, habe Deutsch, Englisch, Geschichte und Kunst
studiert, bin geboren im Jahre 1911. bin theaterbesessen und kinofreudig und
beziehe die Lebensmittelkarte der Stufe II. Zu allem trage ich neben dem letzten
Anzug, den ich aus dem Krieg gerettet habe, eine Hornbrille auf der Nase. Wozu
bin ich da? Ich soll mich für Sie plagen. Diese Stadt Berlin ist von einer ununterdrückbaren
Regsamkeit. Was die Theater, die Kinos zudem betrifft, so kann ein einzelner
schon gar nicht mehr übersehen, was sich auf den Brettern und den Projektionsflächen
unserer Stadt tut. Wer hätte Zeit, die vielen Kunstausstellungen zu besuchen?
Wer könnte entscheiden, welcher Opernabend einen Besuch wert ist? Sehen Sie,
da komme ich nun aus dem Lautsprecher, etwas atemlos vielleicht von dem letzten
künstlerischen Erlebnis, etwas ausgekühlt vielleicht in dieser Jahreszeit. Aber
das ist meine Aufgabe: für Sie sozusagen der Vorreiter und Kundschafter zu sein.“
Dieser Auftakt war programmatisch. Die Privatheit des Tones entsprach der spezifischen
Hörfunkrezeption, die Umgangssprache der Heterogenität der Hörerschaft, und
Lufts Selbstdefinition als Kulturreporter (als „Warenprüfer“, wie er es nannte)
bestimmte all die Jahrzehnte hindurch seine kritische Methode. Friedrich Luft
beschrieb das, was er sah, möglichst genau. In immer neuen Bildern kreiste er
das Ereignis gleichsam ein, die Redundanz wurde zum Prinzip eines Stiles, der
aufgrund der lebendigen und unmittelbaren Sprache doch nicht langweilte. Der
Wunsch nach einer — natürlich utopischen — Objektivität in der Beschreibung
kontrastierte mit der bekennenden Subjektivität im Urteil. Luft nannte sich gerne
einen »Liebhaber“ der Kunst und speziell des Theaters, der aus gekränkter Liebe
gnadenlos zu verreissen und aus befriedigter Liebe hymnisch zu loben imstande
war. Die ungeheure Popularität, die der Kritiker Luft erlangte, begründete sich
durch seinen Anspruch, sowohl einem Schuster Verständliches als auch einem Oberstudienrat
Erhellendes mitzuteilen. Da analysierte er einmal die Dramen Becketts und berichtete
ein andermal, sich im Parkett vor Lachen auf die Schenkel geschlagen und sich
»wie Bolle amüsiert“ zu haben. Diese Gratwanderung von analytischem Zugriff
und Populismus war natürlich durch das Medium, den Rundfunk, bedingt, setzte
sich aber auch in Lufts Schreibhaltung fort.
Seine besondere Sprache bezeichnete Marcel Reich-Ranicki in seiner Laudatio
anläßlich der Verleihung des ersten Ricarda-Huch-Preises an den Kritiker Luft
1978 als einzige unverwechselbare im gesamten Zeitraum nach 1945.
Nebenbei hatte er auch einige Male für den von den Sowjets besetzten „Berliner
Rundfunk“ in der Masurenallee gearbeitet, beendete diese Tätigkeit aber, als
er einen filmkritischen Text nach den Wünschen eines Offiziers modifizieren
sollte.
Sein Debüt beim RIAS beschrieb er anläßlich des 40. Geburtstages des Senders
so: „Einige Monate vergingen. Jetzt waren es die Amerikaner, die begannen, da
ihnen das Funkhaus in der Masurenallee (übrigens im englischen Sektor Berlins)
bitter versperrt blieb, einen eigenen Sender aufzubauen. Man rief mich ins schrecklich
ungemütliche Telegraphenamt in der kalten Winterfeldstraße. Ob ich einen wöchentlichen
kritischen Kommentar übernehmen wollte. Ich wollte, stellte aber — gebranntes
Kind, das ich war — sofort fest, ob ich die Freiheit haben würde, Kunstwerke
(seien es nun Theaterstücke oder Filme) ausschließlich nach ihrer Güte und Unterhaltsamkeit
werde beurteilen dürfen — nicht nach der Nationalität ihrer Herkunft. Natürlich,
sagte man mir, wo denken Sie denn hin? Gut, sagte ich, ich mache gerne mit.
Man gab mir zum ersten Male das Mikrophon für die ‚Stimme der Kritik‘ frei,
wie die Sendung vom allerersten Tage an hieß. Ich schoß los. Ganz einfach war
das (im Vorspiel) aber auch nicht gewesen. Ich hatte, mein Manuskript in der
Hand, erst einmal eine Art ‚Vorsprechen‘ ableisten müssen. Ich hatte es auf
meine Art verlesen. Als ich aus dem Sprecherkabuff heraustrat, fand ich rundum
schüttelnde Köpfe und betretenes Schweigen vor. Man ließ mich wissen, meine
Art zu reden sei fürs Radio ganz unmöglich. Ich spräche zu schnell, sei viel
zu hastig, wäre in meiner aufgeregten Diktion geradezu für das Mikrophon Gift.
Ich solle mein Manuskript dalassen. Das sei ja ganz in Ordnung. Aber man werde
es einem eingefuchsten Radiosprecher anvertrauen, der solle es verlesen. Ich
sei mit meiner verkorksten Redeweise ganz‚ unflankisch‘, dem Hörer nicht zumutbar,
ich sei nicht‚ radiogen‘ (das Fremdwort hörte ich bei dieser Gelegenheit zum
ersten Male). Ich nun weigerte mich wieder, ging und nahm mein Manuskript gleich
wieder mit. Es von einem fremden Sprecher wie eine amtliche Verlautbarung verlesen
zu lassen — das war mir wirklich zu dämlich. Ich hatte die Angelegenheit fast
schon vergessen, als ich wieder in die kalte Winterfeldstraße gerufen wurde.“
So begann seine Zeit beim DIAS / RIAS ....
Textauzug von Petra Kohse, entnommen dem Buch: „RIAS-Berlin / Eine Radio-Station
in einer geteilten Stadt“
mehr
Nero Brandenburg
ist, wenn man Journalisten glauben darf, so etwas wie eine
Berliner Institution. Als guter Schüler (mit mittlerer Reife) erkannte er schnell
seine Begabung zu allem, was mit Show und Unterhaltung zu tun hatte.
Gleich nach abgeschlossener Ausbildung zum Postbeamten hängte er die Uniform
an den Nagel, ging zum Senator für Jugend und Sport in Berlin und betreute fortan
die Berliner Jugendtanzcafes “Dachluke“, “Swing Point“ und “Pop INN“.
1968 saß er dann als flotter Twen erstmals im RIAS-Studio. “Beat um Fünf‘ hieß
die Sendung, und die Hits der “wilden 68er“ gaben dieser Radio-Show die musikalische
Würze.
Der “RIAS-Treffpunkt“, die Jugendsendung mit Rock, Pop und Pep, wurde dann
u.a. durch “NERO“ zum Markenzeichen für RIAS BERLIN. Dann folgten viele Produktionen
im Unterhaltungsprogramm, von dem Urberliner mit Herz und Schnauze pfiffig und
witzig moderiert: “RIASKaffeetafel“, “Nero für Nachtschwärmer“, “Memories-Memories“
oder “Swing tanzen verboten“ sind nur einige Beispiele.
Nero Brandenburg erfand den “RIAS-Radiomarkt“ und ist der Vater der “RIASSchlagerparade“.
Auch das Fernsehen lockte, aber er blieb ein RIAS-Mann trotz seiner Auftritte
beim ZDF für das “Sonntagskonzert auf Tournee“ oder beim Deutschen Fernsehfunk
nach der Wende in “Spielspaß“, “Casino 107“ oder “Alles singt“. 1985 erhielt
er die SPIDEM-Plakette vom Spitzenverband Deutsche Musik für Verdienste um den
deutschen Schlager und die “Goldene Stimmgabel“ von Dieter-Thomas Heck. Die
Schöneberger Sängerknaben machten ihn 1988 zu ihrem “Ehrensängerknaben“.
Zum 1000-jährigen Jubiläum der Stadt Potsdam kreierte Nero den Song:
“Potsdam liegt noch immer bei Berlin“.
Seit dem 1. Januar 1994 ist aus dem RIAS das “DeutschlandRadio Berlin“ geworden,
eine durch die Wende bedingte Zusammenlegung des ehemaligen DDR-Senders “STIMME
DER DDR“ (Deutschandsender/DS-Kultur) und RIAS Berlin. Das Programm soll
schwergewichtig aus den Elementen Kultur, Politik und Information bestehen.
Für Show und Unterhaltung und für nationale Musikprodukte der leichten Unterhaltung
war nur noch die Mittelwelle vorgesehen, bis auch diese Sendeflächen schliesslich
gestrichen wurden.
Am 1. Januar 1997 ging Nero Brandenburg in den Vorruhestand aufgrund des betriebsbedingten
Personalabbaus beim DeutschlandRadio, blieb aber weiterhin “RADIO-aktiv" beim
SFB auf „Berlin 88 acht: immer freitags mit der „Deutschen Schlagerparade“ und
sonnabends früh (von 1995 bis 1999) mit der Moming-Show "Aufgewacht mit 88 acht".
Auch als Sänger ist Nero Brandenburg kein Unbekannter. Mit dem “Dingeling“ fing
es schon 1972 an (von den Rundfunkanstalten damals auf die “Schwarze Liste“
gesetzt - aber von über 100000! Schlagerfreunden gekauft!). Inzwischen sind
über 40 Titel auf Singles, MCs, LPs und CDs erschienen. Neu sind einmal die
CD mit dem beziehungsreichen Titel: „Der Zweite Frühling“ / "lch bin ON AIR
was will ich mehr" (die gesungene Biografie eines Mannes, der seit der Zeit
des „Onkel Tobias vom RIAS“ schon immer die Sehnsucht nach dem Mikrofon in sich
trug); und zum zweiten die Erkenntnis eines inzwischen gereiften Mannes mit
dem Titel: „Zweimal gelebt“....
Show hin - Show her: zusammen mit Stefanie Simon und Bert Beel tingelt Nero
seit 1997 mit der Schlager-Show: “Haste mal ‘n Fuffziger" durch die Lande.
Uraufgeführt in der „NOLLE“ im Herzen von Berlin am Bahnhof FRIEDRICHSTRASSE.
Die zweite Show „HOSSA! HOSSA! HOSSA!“ hatte am 23.September 1999 Premiere und
eine dritte Show mit dem Titel "Wir machen Musik" am 2.09.2001 im Revuetheater
„La Vie En Rose“ am Flughafen Tempelhof.
Text und hier vorgestelltes Audiobeispiel von Nero Brandenburg. "Nero Identifikation"
auf dem "Treffpunktbild" durch Gregor.Vielen Dank ! Nero's Diskographie
NERO BRANDENBURG geboren 1941 in Berlin
Seit 1968 Moderator & Redakteur (u.a. bis 1997 bei RIAS-Berlin bzw. DeutschlandRadio.)
Vorruheständler . Tätig dort für die Abteilung Musik & Unterhaltung
Sendungen im RIAS:
BEAT UM FÜNF, BEAT MIT NERO, MEMORIES-MEMORIES, RIAS-TREFFPUNKT, WIR BEGLEITEN
SIE DURCH DIE NACHT, NERO FÜR NACHTSCHWÄRMER, RIAS-KAFFEETAFEL, SWING TANZEN
VERBOTEN, MIT RIAS IN DIE FERIEN, NEROS SCHLAGERLADEN, RIAS SCHLAGERPARADE,
RADIOMARKT, RIAS PARADE, NIGHTLINE, HAFENKONZERT u.v.m.
weitere Sendungen Im HORFUNK:
RADIO BREMEN HAFENKONZERT 1985 - 1990
SFB 88acht
AUFGEWACHT MIT 88acht 1995 - 1999
SFB 88acht
DIE DEUTSCHE SCHLAGERPARADE seit 1997
Sendungen Im FERNSEHEN
11970-1972 SFB OLYMPIA MAGAZIN MODERATOR
1986 ZDF “40 JAHRE RIAS" MODERATOR
1987 ZDF SONNTAGSKONZERT AUF TOURNEE MODERATOR
1988 ZDF SONNTAG SKONZERT AUF TOURNEE MODERATOR
1989 ZDF SONNTAGSKONZERT AUF TOURNEE MODERATOR
1990 ARD VERSTEHEN SIE SPASS LOCKVOGEL
1990 DFF SPIELSPASS KANDIDAT
1990 DFF ALLES SINGT INTERPRET
1990 DFF CASINO 107- TALKSHOW AUG/OKT/DEZ TALKM.
1990 DFF ACHIMS HITPARADE INTERPRET
1991 DFF SPIELSPASS - MAI/SEPTINOV MODERATOR
1991 RIAS TV GUTEN MORGEN BERLIN MODERATOR
1992 ZDF SONNTAGSKONZERT AUF TOURNEE INTERPRET
1993 MDR HELGA-HAHNEMANN-GALA INTERPRET
1994 MDR IM RAMPENLICHT INTERPRET & GAST
1994 SWR SCHLAGERPARADE DER VOLKSMUSIK INTERPRET
1994 MDR WENN DER GROSCHEN FÄLLT INTERPRET
1996 DW BOULEVARD DEUTSCHLAND INTERPRET
1996 SFB SCHLAGERNACHT MODERATOR 1996 SFB BAHNHOFSFEST ZEITZEUGE
1999 MDR DAS DEUTSCHE SCHLAGERMAGAZIN HOMESTORY
AUSZEICHNUNGEN:
1985 DIE GOLDENE S11MMGABEL-TAG DES DEUTSCHEN SCHLAGERS
1988 EHRENSANGERKNABE DER SCHÖNEBERGER SANGERKNABEN
1988 SPIDEM-EHRENPLAKE1TE (SPITZENVERBAND DEUTSCHE MUSIK)
1996 DIV PLAKETTE DES DEUTSCHEN TEXTDICHTER VERBANDES
2002 GOLDENE EHRENNADEL ‚FRÖHLICHER MUSIKANTEN-STAMM11SCH
SCHALLPPLATTEN:
1972 MEIN DINGELING BELLAPHON SINGLE
1973 BIMMEL BAMMEL BOMMELCHEN HANSA SINGLE
1975 DIE WILDE BAUERNTOCHTER HANSA SINGLE
1976 BAYERISCHE BIERE CRYSTAL SINGLE
1979 KREUZBERGER TAGE HANSA SINGLE
1986 LAUBENPIEPER POLKA KOCH SINGLE
1987 SCHÖNES WETTER KOCH SINGLE
1987 MENSCH BERLIN ICK LIEBE DIR KOCH LP
1988 ES IST SCHÖN, GUTE FREUNDE WOLO SINGLE
1988 50 BIN ICH - SO SING ICH WOLO LP
1990 HEJA HEJA HEJA HO ZEIT SINGLE
1993 POTS-1000 - 1000 JAHRE POTSDAM ZABO LP
1993 SPREE ATHEN CAMOUFLAGE CD MAXI
1994 LIED OHNE SINN BELLAMUSICA CD MAXI
1995 CHEERIO, SALUTE, ZUM WOHL BELLAMUSICA CDI
1995 WARUM MUSS DAS MIR PASSIEREN BELLAMU. CD
1995 WARUM NACH HAUSE GEHN BELLAMUSICA CD MAXI
1997 EINE BLAUE STUNDE DUOPHON CD ALBUM
1998 DER ZWEITE FRÜHLING HANSEN CD ALBUM
2000 ZWEIMAL GELEBT VICTORY CD MAXI
Showproduktionen: “Haste mal n'en Fuffziger“
Die Schlagerrevue mit den Hits der 50er Jahre
“Hossa!I Hossa!‘ Hossa!!“ Die Schlager-Flesta mit den Hits der 60er Jahre
"Wir machen Musik" Tonhilmschlager der 30er und 40er Jahre
Div. Weihnachtsprogramme alle Shows mit Stefanie Simon & Bert BeeI
Juli 2017: Nero sorgt für beste Unterhaltung: Langjähriger Rias-Moderator gestaltet Veranstaltungen im Hans-Rosenthal-Haus.
Nero Brandenburg, das RIAS Urgestein verstarb am 20.08.2022 im Alter von 80 Jahren. R.I.P. Nero Brandenburg bei Facebook.
Hier nochmal Nero Brandenburg , ein Interview mit Radioszene.de.
Er schrieb mir damals folgendes auf studio89 unter Fangemeinde:
"Damals wars....Kompliment!!! Wunderbar, dass sich jemand der RIAS Radio-Legenden in dieser Form annimmt!!!! DANKE!!! Barry und ich waren 1968 DIE "Einsteiger" beim RIAS (heute würde man sagen: zum neuen RIAS-Format...) zusammen mit Gregor Rottschalk, Kai Bloemer, Olaf Leitner, Lord Knud... Wir haben damals noch RADIO mit HERZBLUT gemacht; jeder auf seine Weise. Nichts war FORMATIERT (gräßliches Wort)! WIR wollten unseren Hörern etwas mitteilen!!! Nicht wie heute: faseln, falsch sprechen, übers Wetter schwätzen und gebetsmühlenartig trailern...Zeit und Station...Ich habe Barry als hochgeachteten Kollegen immer geschätzt, manchmal sogar von ihm was abgekupfert (...the way I say it Barry - this could be a very dynamite show...) Wirklich echt schade um einen großen RADIO-Macher!!! Auch ich werde sein Andenken in Ehren und in meinem Herzen bewahren."
Machs jut, Nero!
Nachrichtenredakteur und leitender Redakteur bei RIAS Berlin, Leiter Sonderprogramm
& Feature bei rias2
Heute: Chefredakteur der Tageszeitung B.Z.
Seine Sichtweise zum Ende von RIAS-Berlin (Text von 1994)
Vier Jahre sind seit dem Zusammenbruch der DDR vergangen, und noch sind wir
mittendrin in den Umbruchzeiten. Vielen geht es nicht schnell genug, dabei ist
die Entwicklung rasant und atemberaubend dynamisch. Vielleicht liegt es tatsächlich
daran, daß der eine, über vierzig Jahre benachteiligte Teil Deutschlands, jetzt
einen unmittelbaren Anspruch auf schnelle Angleichung der Lebensverhältnisse
verspürt, während der andere die Belastungen zwar geduldig trägt, gleichwohl
aber die ganze Dimension des Umbruchs noch nicht begriffen hat.
Aus all dem speist sich eine eigenartige Spannung, die ungeduldig und manchmal
sogar undankbar macht. Doch auch das wird vorübergehen, und die Zeit der Erinnerung
wird kommen. Sie ist notwendig, um wirklich das ganze Ausmaß dessen, was geschehen
ist, zu begreifen.
Unweigerlich werden dann auch die Programme des RIAS wieder in den Sinn kommen.
Diese jahrzehntelange Brücke aus dem freien Teil Berlins hinüber in die andere
Welt der bewußten geistigen Einschränkungen - der Diktatur. Schlicht das unabdingbare
Festhalten an der Wahrheit verschaffte den Programmen aus den Redaktionen an
der Kufsteiner Straße die hohe Popularität. Weder Kampagnen der SED noch Strafverfolgungen
konnten die Wirkung des RIAS brechen.
Generationen sind mit diesem Sender aufgewachsen. Sie haben durch seine Programme
ein anderes Wertsystem kennengelernt. Dem "Wem nützt es?" der kommunistischen
Erfolgsethik wurde ein "Die Würde des Menschen ist unantastbar" entgegengesetzt.
Klammer gewesen zu sein in den Jahrzehnten der Spaltung, Anwalt und Sprachrohr
der Unterdrückten und Verfolgten, zugleich ständige Mahnung an SED und Stasi,
und nicht zuletzt: einziges gezielt offenes Fenster in eine offene Gesellschaft
- all das bleibt als das große Verdienst des RIAS Berlin zurück.
Ich selbst durfte einige Jahre zur RIAS-Mannschaft gehören. Ich denke gern daran
zurück. Nur das Ende dieser einzigartigen Rundfunkanstalt, die zugleich Symbol
deutsch-amerikanischer Partnerschaft in schwerer Zeit gewesen ist, erfüllt mit
Bitterkeit. "Es wächst zusammen, was zusammen gehört ... " So, ein geflügeltes
Wort aus den dramatischen Zeiten der Wende. RIAS und Deutschland-Sender können
damit eigentlich nicht gemeint sein. Insofern hinterläßt das Ende des RIAS auch
Betroffenheit.
Text aus dem Buch "RIAS Berlin - Eine Radio-Station in einer geteilten Stadt"
von Herbert Kundler, erschienen 1994 im Dietrich Reimer Verlag Berlin
*****
Sein bisheriger Werdegang:
- geboren am 13. Mai 1954 in Weimar
- Lehre als Buchdrucker
- 1977 Flucht in die Bundesrepublik Deutschland
- 1980 Nachrichtenredakteur RIAS Berlin
- 1982 leitender Redakteur RIAS Berlin, Leiter Sonderprogramme und Feature RIAS
II
- 1987 Chefredakteur Radio HUNDERT,6
- 1988 Chefredakteur SAT 1-Regional "Wir in Berlin"
- 1991 Geschäftsführender Gesellschafter und Programmdirektor
Radio HUNDERT,6 Medien GmbH
- 1997 Vorsitzender der Geschäftsführung und Programmdirektor
Radio Hundert,6 Medien GmbH
- 1999 Geschäftsführer Programm und Kommunikation TV.BERLIN
- 2001 Chefredakteur der B.Z.
- bis 2002 Programmdirektor und geschäftsführender Gesellschafter Radio Hundert,6
- bis 2002 Geschäftsführer des privaten Fernsehsenders TV.BERLIN
Mit freundlicher Genehmigung und Unterstützung von Georg Gafron im Mai 2002. Vielen
Dank !
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Elmar Hörig war laut eigener Aussage nur ein einziges Mal in Berlin um eine
seiner Sendungen "live" zu fahren. Alle anderen Dinge kamen vom Band und waren
eine reine Auftragsproduktion. Die Moderation zum Verlesen von Gewinnern wurde
im Funkhaus immer nachträglich "eingebaut". Das wurde aber so gut gemacht, dass
der Hörer draussen davon nichts mitbekommen hat.
Nun zur aktuellen Sendung aus dem Radiostream. Es ist genau diese Sendung, bei
der Elmar Hörig das erste und möglicher Weise einzige Mal für RIAS Berlin "live"
arbeitet. Die Sendung habe ich nicht weiter editiert. Sie wurde mir in diesem
Zustand von Reinfried N. zur Verfügung gestellt, vielen Dank.
rias2-Radioflipp - live von der IFA 1991
Die erste gesamtdeutsche Funkausstellung nach 1961. Und diese brach den Besucherrekord
und sie ist ein Maßstab für alle weiteren Funkausstellungen.
Elmar Hörig führt mit Spass und Gelassenheit durch das Programm.
Berufene Ulknudel bei Radio + Fernsehen, Verrufen bei ARD + ZDF, trotzdem noch
sehr aktiv. Unvergessen sind seine Sendungen bei rias2....
.... wie Radio-Puzzle und Radio-Flip. Letztere immer mit den neuesten Abenteuern
von Käpt'n Kipp Dotter. "Ich habe wöchentlich, und das ca. 4 Jahre lang, per
Band eine komplette Sendung zum RIAS geschickt, inkl. Musik und war dabei selbst
nie in Berlin ! Mit einer Ausnahme, einem Auftritt im Rahmen der Funkausstellung
1991 für rias2.
Oft war die Zeit so knapp, dass meine Frau den Postboten bitten musste noch
2 - 3 Minuten zu warten, weil ich die Sendungen immer auf den letzten Drücker
gemacht habe.
Es gab eine einzige Live Sendung, eben die besagte zur IFA. Da war ich dann
auch mal mit meiner RIAS Radio Fee ILONA eine Nudel essen. Sie hat die Bänder
immer gefahren und die Gewinner in die Lücke gesprochen. War eine nette Zeit.
Bis die dämliche Mauer fiel. Da war's dann aus mit Rias. Übrigens, im damaligen
Osten waren die Shows der Renner. Ossis haben eben doch Geschmack."
(Elmar Hörig / Mai 2001)
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Ein Leben für die Unterhaltung: Hans Rosenthal
geboren: 02.04.1925 in Berlin / gestorben 10.02.1987 in Berlin
Schauspieler, Regisseur, Quizmaster
Er war immer ein Mann des Volkes, und deshalb liebten ihn die Menschen. Nach
dem Krieg gehörte er neben Peter Frankenfeld und Hans-Joachim Kulenkampff zu
den drei großen Radio- und Fernseh-Entertainern in Deutschland. Rosenthal landete
nach dem Krieg zuerst beim russisch kontrollierten Berliner Rundfunk, der damals
noch im Funkhaus an der Masurenallee (heute SFB) residierte. Doch schon bald
geriet er mit dem totalitären Klima an diesem Sender in Konflikt, und so wechselte
er 1948 zum RIAS, wo er eine beispiellose Rundfunk- und später Fernsehkarriere
startete.
Von 1962 bis 1980 war er bei RIAS Berlin auch Leiter der Unterhaltungsabteilung.
Mit über 3000 Sendungen ist er nach wie vor einer der kreativsten, erfolgreichsten
und populärsten Unterhalter im deutschen Funk und Fernsehen geblieben: Sendungen
wie »Wer fragt – gewinnt!«, »Spaß muß sein!«, »Allein gegen alle« (ab 1963),
»Die Rückblende«, »Opas Schlagerfestival«, »Rate mal mit Rosenthal«, »Klingendes
Sonntagsrätsel«, »Gut gefragt ist halb gewonnen« und »Dalli Dalli« ( ZDF, ab
1971) ließen ihn laut einer Umfrage zum »beliebtesten Quizmaster aller Zeiten«
avancieren.
Dennoch ist er immer bescheiden geblieben. »Man muß Menschen mögen«, hat Rosenthal
einmal gesagt, »wenn man für sie Unterhaltung macht!« Daß er mit Menschen umzugehen
verstand, haben die Begegnungen mit seinen zahlreichen Quizkandidaten bewiesen.
Wer bei Rosenthal auf der Bühne stand, brauchte keine Angst zu haben, sich zu
blamieren. Fast kameradschaftlich war der Kontakt zu seinen Quizkandidaten:
Er war ein Mensch geblieben, kein Fernsehstar mit Allüren.
Obwohl Hans Rosenthal, der jüdischen Herkunft war, während der Nazi-Zeit schlimme
Jahre in Deutschland erleiden mußte und nur knapp dem Konzentrationslager entkommen
konnte, ist er nach Kriegsende in seiner Heimat geblieben und hat sich am Aufbau
eines demokratischen Staatswesens in Deutschland beteiligt. Wie er selbst in
einem Interview erklärte, konnte er ohne Ressentiments in Deutschland weiterleben,
weil er während der grausamen Judenverfolgung auch andere Deutsche kennenlernte,
die Zivilcourage zeigten und ihn zwei Jahre in einer Berliner Laubenkolonie
versteckt hielten.
Funktionen/Ämter/Auszeichnungen/Ehrungen (ein Auszug ...)
* Präsident des Fussballklubs Tennis Borussia Berlin
* Mitglied des Zentralrats der Juden in Deutschland
* Viele Hörfunk-, Fernsehpreise und Auszeichnungen, u.a. 1980 die Silberne
Kamera als "zweitbeliebtester Unterhaltungsstar aller Zeiten".
* Strassenbenennung / Die Umbennenung der Kufsteiner Strasse 69 (bisherige RIAS-Adresse)
in "Hans-Rosenthal-Platzes" erfolgte 1993 an seinem 68. Geburtstag.
Am 2. April 2002 wäre Hans Rosenthal 77 Jahre alt geworden. Im Jahr 2000 erschien
über sein Leben und Schaffen ein Buch, da es bisher in keiner Publikation gelungen
war, das »Unterhaltungsphänomen Rosenthal« zu beschreiben und zu analysieren.
So wird vor allem die Rundfunkkarriere des Quizmasters, Regisseurs, Moderators
und Spiele-Erfinders Rosenthal in diesem Buch behandelt; seine zahlreichen Sendungen
und Sendereihen mit Mitwirkenden und Sendezeiten sind im Anhang des Buches aufgeführt.
© G.Wagner aus dem Jahr 2002
mehr
Jahrgang 1951, seit 1969 Filmjournalist, Förderer beim RIAS war Detlev E.
Otto, kurz DEO genannt. Von 1974 bis 1997 parallele filmjournalistische Funktion
beim TIP-Magazin. Vom 02.10.1985 bis zum Ende des Sendebetriebes (31.05.1992)
für rias2 tätig.
Die letzte "Film aktuell"-Sendung ging am 12.05.1992 über den Sender. Danach
machte er noch eine Filmmusik-Sendung auf rias2 am 19.05.1992. Mit dem Ende
von rias2 gehörte er aber weiter dem Hause RIAS in gleicher Funktion an.
Es erfolgte am 01.01.1994 sein nahtloser Übergang zum DeutschlandRadio Berlin.
Auch hier ist er dem Fach "Filmkritik" treugeblieben. Seit dem Jahr 2002 begegnet
er uns auch zunehmend im TV. Regelmässige Auftritte hat er beim SAT1-Frühstücksfernsehen.
Bei rias2 wurde die Sendung Film Aktuell (im Rahmen des rias2-Specials) von
ihm redaktionell und als Moderator betreut. Anfangs noch gemeinsam mit dem Kollegen
Norbert Wassmund, ab 1989 dann als Solist. Die Sendung selbst dauerte anfangs
2 Stunden mit jeweils 2 Musiken zwischen den einzelnen Beiträgen, später dann
erfolgte eine Reduzierung auf eine Stunde mit dann nur noch einer Zwischenmusik.
Er selbst hat viele der damaligen Sendungen archiviert.
mehr
Moderator bei rias2. Sehr beliebt bei den weiblichen Hörern. Wechselte 1989
zu rias2. War dort bis zum letzten Tag im Einsatzschwerpunkt bei den Sendungen
"Wunschhits" und "Popcorn" zu hören. Er ging mit dem Ende von rias2 zum verbleibenen
RIAS-Berlin (vormals RIAS1) und machte dort noch einige Sendungen ...
... mit einigen anderen ex-rias2-Kollegen (Henry Gross, Uwe Wohlmacher .. usw).
Nach der RIAS-Zeit ging er zum SFB (RadioB2). Heute ist er Messe- und Veranstaltungsmoderator,
doch seht selbst, alles nachzulesen auf seiner Homepage
geb. 30. Januar 1936 in Berlin, gest. 29. Juni 1998 in Radolfzell am Bodensee
Der Name Horst Jankowski wird stets mit seiner weltbekannten Komposition "Schwarzwaldfahrt"
(Walk in the Black Forest) verbunden bleiben. Dieser eingängige, swingende Welthit
der 60iger Jahre hat ihm ein Denkmal gesetzt.
Horst Jankowski versuchte Zeit seines Lebens eine Brücke zwischen anspruchsvollem
Jazz und kommerziellem Entertainment zu bauen, was ihm auch glanzvoll gelang.
Jankowski gewann in den 50iger und 60iger Jahren mehrfach Preise als bester
deutscher Jazzpianist. Er war 20 Jahre lang (1975-1994) Chefdirigent des Berliner
RIAS-Tanzorchesters. Sein Name bleibt eng verbunden mit der "RIAS-Parade"und
den TV-Sendungen "Zu Gast bei Horst Jankowski", "Swing & Talk", "Musik liegt
in der Luft"und "Melodien für Millionen".
Horst Jankowski stand für Lebensfreude und war bei seinem Publikum sehr beliebt.
Unvergessen bleibt sein von ihm gegründetes Vokalensemble: Die Horst Jankowski
Singers. Der unverwechselbare Sound dieses Chores ist bis heute ein Glanzpunkt
des Vokal-Jazzes. Konzerte zusammen mit seinen Pianokollegen und Freunden Eugen
Cicero und Paul Kuhn waren jedesmal Feste pianistischer Glanzleistungen und
unverwechselbarer Arrangements.
Quelle: BIT MUSIKVERLAG OHG Berlin
mehr
Von 1968 bis Ende 1993 beim RIAS als Redakteur, Moderator und Reporter. Vornehmlich
in der Hauptabteilung Politik und Zeitgeschehen, aber auch Aktivitäten bei Kultur,
U- und E-Musik und in der Unterhaltung. Als Moderator bekannt aus den "Rundschauen"
und zuletzt im "Radio Markt". Er soll im Büro 101, dem einstigen
Büro von Hans Rosenthal, gearbeitet haben.
Von 1994 bis 2000 beim DeutschlandRadio Berlin als Redakteur und Moderator im
Bereich Kultur. Seit 2000 im Un"ruhe"zustand und immer noch 1 x monatlich in
der Sendung "Tonart" an den Mikrofonen im RIAS-Funkhaus. Dort moderiert er eine
Jazz- & Big Band Sendung, jeden 1. Samstag im Monat von 2:05 bis 4:50 Uhr.
Horst Wendt war eine tragende Säule (Redaktion & Moderator) der Magazin-Schiene
des RIAS. Diese Bestand aus den drei Rundschauen am Tage.
Rundschau am Morgen 04:25 - 08:30 Uhr / RIAS I + II Rundschau am Mittag 12:00
- 14:45 Uhr / RIAS I + II Rundschau am Abend 16:40 - 19:30 Uhr / RIAS I Aktuelle
Stunde 21:30 - 22:30 Uhr / RIAS I. Er und das gesamte Team genoss eine hohe Popularität.
Und so ist es nicht erstaunlich, dass es oft zu Besuchen im Funkhaus von Rentnern
aus der DDR kam, die die Qualität der Berichterstattung mit kleinen Freundschaftsgaben
belohnten. Dazu zählten: Christstollen aus Dresden & DDR-typisches Naschwerk.
Horst Wendt nahm sich für die Besucher immer Zeit, auch für kleine Führungen
durch das Funkhaus.
Eine Westberlinerin wird ihm aber immer in Erinnerung bleiben ....
Horst Wendt erinnert sich:
"Besonders hingezogen zu uns fühlte sich Frau Milde aus Neukölln: Zu Weihnachten,
Ostern und Pfingsten besuchte sie uns über viele Jahre. Den Pförtnern am Haupteingang
war sie gut bekannt, ein Anruf in der Sendung genügte, und schon hatte sie ihren
Auftritt im Studio: Festlich fein herausgeputzt, überreichte sie dem diensthabenden
Toningenieur schon mal eine grosse Pralinenschachtel oder eine Flasche Sekt,
verteilte überdimensionale Schokoladen-Weihnachtsmänner oder-Osterhasen oder
prächtige pfingstliche Blumensträusse. Dann setzte sie sich still und bescheiden
auf einen Stuhl in der Ecke des Studios und genoss es als grosses Glück und
Geschenk, bei einer Sendung "ihres" RIAS dabei sein zu dürfen, dem Moderator
in seiner Werkstatt bei der Arbeit zuzuschauen. So war sie !" Nach
meinen Informationen (nicht gesichert) ist Wendt 2016 verstorben.
(entnommen Radio-Reminiszenzen, Erinnerungen an RIAS Berlin von Manfred Rexin
)
Rexin starb nach langer Krankheit am 02.12.2017
Meine "Radio-Karriere" begann 1974 in Süddakota und brachte mich nach Arkansas.
Ich arbeitet anschliessend bei vielen Radiostationen in den USA, bis ich schließlich
1981 zum Militär ging.
1981 kam ich mit der US Armee nach Berlin und war dann bis 1985 für den AFN
tätig. Dort wurde auch "Betty Fishwish und der Bibliothekar" geboren.
Als ich die Armee und den AFN verliess, ging ich zum RIAS 2, wo ich bis 1991
blieb. Während meiner Zeit in Berlin gab es ein paar sehr denkwürdige Ereignisse.
So wurde meine Tochter Rachael 1983 geboren. Und ich war in der glücklichen
Lage beim historischen Fall der Berliner Mauer in Berlin zu sein. Ich habe immer
noch Kontakt mit einigen Leuten aus den neuen Bundesländern, die ich während
dieser Zeit traf. Zusätzlich zur Arbeit beim RIAS war ich freie Journalistin
für die Zeitung USA
Today. Ich arbeitete mit Verlegern, die nach Berlin kamen, um über den Fall
der Mauer zu berichten.
(Jo Eager/ Oktober 2001)
RIAS-Hörfunkdirektor 1988 bis 1993
heute Nordamerika-Korrespondent in Washington für DeutschlandRadio.
Siegfried Buschschlüter war einer der leidensschaftlichen "Kämpfer" für den
Erhalt von RIAS-Berlin. Trotz seiner eigentlich nur kurzen Zeit beim RIAS merkte
er schnell, welche Bindung dieser Sender mit seiner besonderen Geschichte, der
ausgeprägten journalistischen Kompetenz und natürlich mit seinem Unterhaltungsprogramm
bei seinen Hörern (insbesondere in der DDR) erreicht hatte.
Millionen von Hörerbriefen (meist mit der Anrede "Lieber RIAS", und allein zwei
Millionen im 1. Jahr nach dem Mauerfall) zeigten der Politik, dass der RIAS
mehr war als nur ein Senderkürzel. Trotzdem waren die Verantwortlichen davon
nicht zu überzeugen, dass dies die beste Vorraussetzung für einen Programmauftrag
zur Förderung der Zusammengehörigkeit der Menschen im vereinten Deutschland
gewesen wäre.
Am 31.12.1993 sprach er die letzten Worte über die verbliebenen Wellen von RIAS
Berlin. Er nannte den Beitrag "Bye Bye RIAS - Abschiedsworte an einen Freund".
Hier bringt er auf den Punkt, was ihn, viele Mitarbeiter und die meisten Hörer
in jener Stunde bewegt hat. Zu hören ist dieser Beitrag im Rahmen der letzten
Sendestunde von RIAS Berlin >>hier<< !
Ich selbst (der Webmaster) hatte Kontakt zu Herrn Buschschlüter. Mit seine Genehmigung
veröffentliche ich hier den Inhalt seiner EMail vom 01.05.2004:
"... vielen Dank fuer Ihre Zuschrift. Sie wissen sicher, dass ich seit Juli
1994 fuer das DeutschlandRadio als Nordamerika-Korrespondent mit Sitz in Washington
arbeite.
An den RIAS denke ich haeufig. Das Nummernschild meines amerikanischen Privatwagens
lautet: RIAS 4F (RIAS forever). Ich bin schon mehrmals darauf angesprochen worden.
Es freut mich, dass Sie die Erinnerung an den RIAS aufrechterhalten. Was ich
mit dem Sender verbinde, habe ich in meinen Abschiedsworten zum Ausklang der
letzten Sendestunde am 31.12.1993 gesagt. Man kann es auf Ihrer Homepage noch
einmal hoeren.
Nur soviel: Radio ist vor allem ein emotionales Medium. Wer erfolgreich Radio
machen will, muss seine Hoerer "ansprechen". Das laeuft mehr ueber Gefuehl als
ueber Verstand. Die Stimmen muessen "stimmen".
Im RIAS-Programm "stimmte" mehr als in vielen anderen Programmen. Das erklaert
nicht zuletzt die emotionale Bindung zwischen dem Sender und seinen Hoerern.
Der RIAS war vor allem ein menschlicher Sender. Er hat informiert, gebildet
und unterhalten und die Menschen in ihrem Leben begleitet. Ich habe noch Hunderte
von Zuschriften unserer Hoerer, die uns das in den Monaten nach dem Mauerfall
bestaetigt haben.
Der mexikanische Fussballspieler, Hugo Sánchez, hat mir mal gesagt, wenn er
deprimiert sei, lege er eine Videokassette mit seinen schoensten Toren auf.
Da fuehle er sich gleich besser. Sie ahnen, was ich ehemaligen RIAS-Hoerern
empfehlen wuerde.
Machen Sie's gut und weiterhin viel Zuspruch bei Ihrer Arbeit
Siegfried Buschschlüter
mehr
Mitglied der RIAS-Treffpunktmannschaft von 1981 bis 1987, dort als Moderator
tätig. Sohn von Heinz Petruo und Papa von Vanessa Petruo (Popgruppe "No Angels").
Hauptberuflich ist er heute Synchronsprecher. Gestorben am 13.April
2018.
mehr
-Reporter-
Hallo RIAS-Fans,
schön zu sehen: Dieser Sender ist nicht vergessen. Ich habe selbst 1984-1991
für den RIAS als Reporter bei RIAS 1 und 2 gearbeitet. War eine sehr schöne
Zeit.
Leider sind außer diversen alten Aufklebern und den eigenen Beiträgen auf 38
cm/s Bändern und einem RIAS-Mikrophon-Reiter nicht viel geblieben. Leider keine
"Schlager der Woche", "Evergreens a gogo" Mitschnitte in vernünftiger Qualität
- auch nichts von "Spaß muß Sein" - "Ewalds Schlagerparade" oder Gregor Rottschalks
"RIAS Schlager-Kassette" auf Band. Damals war ich stolz, Musiktitel ohne Moderation
aufzunehmen - und heute - naja...
Seit `92 bin ich bei den RTL Nachrichtensendungen gelandet - das Herz schlägt
aber noch weiter für den RIAS. Ich bin auch Gründungsmitglied des Fördervereins
der RIAS Big Band - damit der Name wenigstens in dieser erstklassigen Band weiterleben
kann. Ansonsten hat man ja im Rechtsnachfolger DeutschlandRadio, die unbestreitbar
ein qualitativ gutes Programm machen, mit dem RIAS gar nichts am Hut. Alte Archiv-Bänder
von " Es geschah in Berlin" - (Regie Werner Oehschläger - eine Krimisendung
aus den fünfzigern) sollten ersatzlos gelöscht werden. Ich konnte mich in meinen
letzten Tagen mit Christian Bienert (
07.07.2020)vom "Klingenden Sonntagsrätsel" noch rechtzeitig
einmischen.
Das RIAS-Zeichen auf dem Dach konnte nur mit einem Trick beim Bezirksamt Schöneberg/Wilmersdorf
denkmalgeschützt erhalten werden. Ein alter Ü-Wagen (Ü23) durfte auf Anweisung
von Dradio Intendanten Ernst Elitz nicht dem Museum für Verkehr und Technik
übergeben werden, damit das RIAS-Zeichen nicht in der Ausstellung weiterleben
sollte - ihr seht also - es gibt viel zu erzählen - viel auszutauschen -.
Auch bei der RIAS Big Band geht es ja derzeit ums überleben. Bin beim Gedanken
und Erinnerungsaustausch gern dabei - besonders wenn es darum geht, das Andenken
lebendig zu erhalten! Ich selbst habe im "Aktuellen Bereich" gearbeitet, also
bei RIAS 1. Sportfunk am Wochenende als Reporter, Redakteur, Moderator, in der
Woche dann bei den Rundschauen. Bei RIAS 2 bei "Compact", "Radioexpress" und
bei den O-Ton Nachrichten "RIAS-AKtuell". Weiterhin war ich der beste Freund
der Mitarbeiter der RIAS-Ü-Stelle und viel mit den Ü-Wagen in Berlin und später
auch in Ost-Berlin und der DDR bei Aussenübertragungen unterwegs. Dorfmann,
Graves, Rottschalk & Co waren natürlich eher die DJs mit Aussenwirkung. Elmis
Radio Show war wirklich ab ca. `90/91 eine eigenständige RIAS2 Sendung, die
immer Sonntagmittags lief - ich glaube sogar als Ersatz für Gregor Rottschalks
Berliner Hitparade (nach Verkaufszahlen der Plattengeschäfte) - die "einzig
wahre Frühstückssendung" die sonntags immer von 14-16 Uhr in der Popcorn-Sendezeit
lief. In der Elmi Radio Show waren die Kipp Dotter -Abenteuer enthalten, die
in der Zeit vor der eigenen Elmi-Sendung ähnlich wie " Der kleine Tierfreund"
dienstags und samstags als 3 Minuten Comedy Elemente in der Radio-Boutique liefen.
Die Elmi Radio Show produzierte Hörig im SWF exclusiv für RIAS2. Auf einen fröhlich-nostalgischen
Gedanken-Austausch weiterhin.
(Thomas / Mai 2001)
Wann immer etwas in Sachsen & Umgebung passiert, dann könnt Ihr Thomas bei RTL-Aktuell
als "Aussenreporter" erleben. Vor reissenden Bächen, bei Glatteischaos usw.
ist er mir dort schon begegnet.
Uwe Hessenmüller- ein waschechter Berliner – aufgewachsen im hohen Norden,
in Reinickendorf.
Dort ist er leidenschaftlich zur Schule gegangen. Weniger weil ihm die Lehrer
so viel Freude bereiteten. Eher hatten es ihm die gemeinsamen Zeiten mit seinen
Schulfreunden nach dem Unterricht angetan. Nach dem Abitur verabschiedete er
sich vorerst aus seiner Heimatstadt Berlin und ging nach Hamburg. Hier arbeitete
er für eine große Schallplattenfirma in der Promotion-Abteilung , knüpfte schnell
als Radio-, Fernseh- und Pressepromoter die wichtigsten Kontakte. Das hieß u.a.
ständig auf Reisen zu sein, und zu Uwes Vergnügen sehr oft mit hochkarätigen
Stars und „kleineren“ Sternchen. Schnell merkte er, daß dies nicht immer nur
vergnüglich ist und das dieser Job viel Kraft und Sensibilität verlangt. So
war er mit Annie Lennox Tage und Wochen unterwegs, genauso wie mit Eartha Kitt,
Marianne Rosenberg, den Rainbirds oder Rio Reiser.
Schon in dieser Zeit faszinierte ihn das „Radio machen“. Er hatte ständig den
Blick hinter die Kulissen gerichtet, er beobachtete, hörte zu und lernte von
jedem einzelnen Moderator, dem er einen seiner Schützlinge zum Interview ins
Studio schleppte.
Seine Kontakte waren es, die ihm Ende der 80er ermöglichten , bei dem Berliner
Radiosender einzusteigen, der damals weit über die Grenzen Berlins, die Nummer
Eins war – RIAS 2. Er gehörte zu den beliebtesten Radiomoderatoren der Stadt!
Aus RIAS 2 wurde im Sommer 1992 r.s.2 und die Zeit von 10.00 Uhr bis 14.00 Uhr
war täglich Uwe’s Zeit.Schließlich landete Uwe glücklich beim Sender Freies
Berlin. Dort war er erst bei RADIO B ZWEI zu hören, bevor er zum Zugpferd „Berlin
88 8“ kam.Aber auch auf der Bühne macht der sympathische Moderator eine gute
Figur. Souverän und mit Freude moderiert er Events wie die „Oldienächte“ in
der Berliner Waldbühne vor 25.000 Zuschauern, Kinopremieren im ZOO Palast.....Sechs
Monate konnten die Berliner und Brandenburger, die vorher nur seine Stimme kannten,
ihn auch sehen. Erfolgreich moderierte Uwe Hessenmüller eine Game – Show bei
TV Berlin.
http://www.uwehessenmueller.com/
Uwe Schneider, jüngster RIAS DJ !
.... und der Schnellsprecher vom Dienst....
Zum RIAS bin ich 1979, im "zarten Alter" von 14/15 Jahren, als sog. jüngster
D.J. gekommen. Mein "Entdecker" war ( und ist ! ) der damalige U-Chef ( zumindest
hatte er eine ähnliche Bezeichnung ) Siggi Schmidt-Joos. Ja, der Legendäre!
Er suchte wohl damals für eine Jugendsendung auf RIAS 1 einen entsprechenden
Moderator, fand aber irgendwie keinen passenden. Über Zufälle, Kontakte und
nicht zuletzt aufgrund eines - zugegeben vorlauten - TV Auftrittes der "The
Teens" wurde Siggi Schmidt-Joos auf mich aufmerksam.
Er lud mich zu einer Probemoderation ein - und ich hatte den Job. Ich hatte
bis dato keine Ahnung von Radio, mit Ausnahme dutzender ( hunderter ) Interviews,
die ich - mehr oder weniger mit rotzig Berliner Schnauze - hinter mich gebracht
hatte. Aufgrund des Erfolges der Sendung auf RIAS1, wurde die Show, die den
treffenden Titel "Beat für Teens" trug, ziemlich bald auf rias2 "geschoben".
Bis dahin wurde sie übrigens - da Siggi Schmidt-Joos bald selbst keine Zeit
dafür hatte - von Dennis King produziert. Ich habe also - mit noch heute schleichendem
Dank - mein erstes Handwerk von den "Legenden" erlernt.
Irgendwann vor meiner ersten Live-Sendung, logischerweise hatte ich "Schiss"
davor, sagte Dennis sinngemäß zu mir: "Nix ist so schlimm, wie eine schlecht
vorbereitete Sendung". Daran habe ich mich gehalten.
Lampenfieber war mir nicht fremd, auf der Bühne stehen und vor tausenden Leuten
den "Rock'n'Roll raushängen lassen war ich gewöhnt, aber nur "drauflossülzen"
ist ( war ) eben was anderes ... Ich hab' halt - im Kopf - beides gleichzeitig
getan. Irgendwann wurde die Show, die übrigens zu keinem Zeitpunkt wirklich
vorbereitet wurde ( aber das war der Erfolg !!! ), in die "Jugendwelle RIAS
2 auf neun-vier -drei" integriert. Und irgendwann noch später, wurde sie in
"POPCORN" umbenannt, da die sog. (Nach-) Mittagsschienen einheitlich benannt
wurden.
Mit der Umformatierung zu "RIAS 2" wurde der - vom SWR neu eingekauften - Crew
um G.Besserer, die Sendung und auch die Art meiner Moderation "ein Dorn im Auge".
Es passte alles nicht in das stringent formatierte neue Outfit. Ich werde nie
vergessen, wie ich ins Büro von G.Besserer bestellt wurde, und mir meine Kündigung
mitgeteilt wurde. Das muss so 1987 gewesen sein. War schon irgendwie ein Scheißgefühl,
aber im nachhinein sehr bedeutungsvoll. "Herr Schneider..", so nannte mich sonst
keiner , " ...ich weiß zwar das sie - neben Gregor ...", ( er meinte Rottschalk
), "... und Dennis ...",(King )," ..hier zu den schillerndsten Persönlichkeiten
der Welle gehören und sie eine Menge Fans da draussen haben, vielleicht sogar
die meisten von allen hier, aber ihre Art zu moderieren polarisiert uns zuviel.
Es gibt auch Leute die sie nicht ausstehen können und auf die können und wollen
wir nicht verzichten." So in etwa sah die Erklärung aus.
Später habe ich mir mal Untersuchungen angeschaut und festgestellt, dass er
tatsächlich recht hatte. Allerdings hätte man die Werte auch zu meinen Gunsten
ausgelegen können. Na ja, das persönliche Verhältnis spielt halt bei solchen
Entscheidungen oft eine grössere Rolle, als die eigentlichen Fakten. Da ich
mich eigentlich nie um das (Rest-)Programm gekümmert habe, hatte ich - mit Ausnahme
zu Dennis und Gregor - nur mit sehr wenigen Leuten im Hause intensiveren Kontakt.
Ich galt halt immer als Exot, der machen konnte was er wollte, mit 'm roten
Daimler vorfuhr und ansonsten nix mit den "Botschaften" einzelner Kollegen zu
tun haben wollte.
Rückwirkend betrachtet, bin ich dem Kollegen Besserer ja wirklich dankbar, denn
ohne seine damalige Entscheidung wäre ich wohl nicht so schnell zu Ulli Schamoni's
Hundert, 6 und zum Privatfunk gekommen. Denn hier begann meine Radio- und sonstige
Medienkarriere eigentlich erst richtig. Aber davon soll hier jetzt nicht die
Rede sein, den das würde ganze HP's sprengen. Auf jeden Fall habe ich das Wissen
der vergangenen Jahrzehnte (!) in den letzten Jahren sehr erfolgreich als sog.
Berater, oder besser Neu-deutsch "Consultant" weitergeben können. D.h.: ich
begleite ( auch operativ ) Radiostationen ( bzw. Medien- unternehmen ) in programmlichen,
marketing und strategischen Fragen. Desweiteren entwickeln meine Fa und ich
Medienprogramme und -projektionen für unterschiedliche Unternehmen.
(UWE SCHNEIDER / Juni 2001)
Seit 01.08.2005 sendet Uwe wieder in Berlin & Brandenburg. Er ist Miterfinder,
Gründer und einer der Geschäftsführer von "Radio Teddy" auf UKW 106.8 MHz. Standort
des Senders ist der Filmpark Babelsberg. Das Programm wendet sich an Kinder
und Jugendliche, aber auch junggebliebene Erwachsene. Es besticht durch sein
auf die Zielgruppe gut abgestimmtes Musikprogramm, sowie durch den für einen
Privatsender ungewöhnlich hohen Informations- und Talkanteil. Teilweise erinnert
das Programm etwas an seine Ur-Wirkungsstätte, denn es gibt auf seinem Kanal
wieder die Sendung "Musik nach der Schule". Jingles und Programmpromotion werden
von Gregor Rottschalk gesprochen.
mehr
Am 18. Februar 1989 starb 46jährig Walter Bachauer. Der Sohn eines Arztes
und einer Lehrerin studierte zunächst in seiner Geburtsstadt Graz und später
in Wien Naturwissenschaften und arbeitete als freier Journalist für die Wiener
"Neue Zeit".
Jugendfreundschaften verbanden ihn mit den Schriftstellern des Grazer "Forum
Stadtpark" und der "Wiener Gruppe", zu denen auch Peter Handke zählte. 1963
begann Walter Bachauer ein Studium der Musikwissenschaft und der Publizistik
an der Freien Universität Berlin; 1964 wurde er freier Mitarbeiter beim RIAS,
1970 Musikredakteur im RIAS-Bildungsprogramm und sodann im Ressort "Wort und
Musik".
Er schrieb zahlreiche Musikerportraits, widmete sich aber dabei zunehmend
der Moderne. 1971 präsentierte er erstmals das Avantgarde-Magazin "Montag 23
Uhr", das weit über Berlin hinaus ein starkes Echo in der Fachwelt fand. 1972
wurde er mit dem Kurt-Magnus-Preis der ARD zur Nachwuchsförderung ausgezeichnet.
In der Begründung hieß es u.a.: "Seine umfangreichen Kenntnisse, ein in dem
Fachgebiet Moderne Musik nicht eben selbstverständliches, mit Humor gepaartes
unfanatisches Wesen, Ausdrucksvermögen und die Gabe, auch schwierige und anspruchsvolle
Sujets in lehrreicher und unterhaltender Weise persönlich am Mikrofon zu präsentieren,
zeichnen Herrn Bachauer in besonderer Weise aus".
Die Berliner Festspiele GmbH betraute Walter Bachauer 1971 erstmals mit der
Leitung der "Berliner Musiktage". 1974, 1976 und 1978 leitete er die von ihm
ins Leben gerufenen "Metamusik-Festivals", mit denen er intemationales Aufsehen
erregte; die Festivals setzten wesentliche Akzente für die zeitgenössische und
außereuropäische Musik und machten Berlin zu einem Kristallisationspunkt neuer
musikalischer Entwicklungen und einem Ort der Begegnung von Musikern aller Kontinente.
Ausgedehnte Reisen durch Asien und die USA brachten ihm die Kontakte, die den
außergewöhnlichen Rang der Festivals ermöglichten. Walter Bachauer besaß zugleich
einen spontanen Zugang zur Popularmusik.
Der Musikmarathon "Rock over RIAS" gründete sich auf seine Idee und seine Durchsetzungskraft.
Der Autor großer Sendungen über Reger, Ligeti, Karajan und Rubinstein schrieb
in der Reihe "Erinnerungen an die Gegenwart" auch geistreiche Analysen über
Pop-Idole. Sein besonderes Engagement galt den Komponisten der amerikanischen
"minimal music", wie Steve Reich und Phil Glass, deren Werke er in Deutschland
vorstellte und durchsetzte.
RIAS berief Walter Bachauer im Frühjahr 1980 zum Hauptabteilungsleiter Musik,
doch schon Ende des Jahres verließ er Berlin, um in Hollywood als Musikdramaturg
bei Fancis Coppola zu arbeiten. Er war beteiligt an Coppolas Zivilisationsprotest
"Koyaanisqatsi", den er musikalisch gemeinsam mit Philip Glass gestaltete, kehrte
aber dann nach Berlin zurück, um in seinem Elektronik Studio am Kreuzberger
Paul-Lincke-Ufer selbständig zu arbeiten. Die kompositorischen Möglichkeiten
der Computer-Technik übten eine immer stärker werdende Faszination auf ihn aus.
Er kreierte eigene elektronische Kompositionen und publizierte unter dem Pseudonym
"Clara Moonshine" verschiedene Alben. Bis kurz vor seinem Tode schrieb er an
einem eigenen surrealistischen Science-Fiction Film. Im RIAS verwirklichte er
1987 eine Sendereihe "Postmoderne". Die Berliner Filmfestspiele realisierten
1988 unter dem Motto "Berlin, Ort des Neuen" mit ihm eine unter großer Publikumsbeteiligung
im Eisstadion präsentierte Vorstellung neuer Sounds und Klänge mit Phil Glass.
In Walter Bachauer hat die Berliner Musikszene einen großen Anreger und Experimentator
verloren, der die ungewöhnlichsten Eigenschaften in sich vereinte. Er war eine
jener charismatischen Begabungen, von denen eine Kulturstadt lebt.
Einige wichtige Richtigstellungen zum obigen Beitrag: Er schied freiwillig am 16.02.1989 aus dem Leben. Und eines seiner Pseudonyme war "Clara Mondshine", nicht Moonshine wie im Artikel behauptet. Webmaster)
Quelle: "RIAS-Berlin, eine Radiostation in einer geteilten Stadt", Buch von Herbert Kundler mehr
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